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Heißen Sommernächten würde man eiskalt eine Frozen Fruit Margarita (Tequila, Limette, Zucker, Frucht, 8,50 Euro) entgegensetzen. Am besten mit Mango oder Himbeeren. So bleiben nur weniger frostige Alternativen.
Zum Träumen von besseren Zeiten eignet sich der alkoholfreie Cocktail Sea, Sex and Sun (Erdbeeren, Minze, Limette, Säfte). Ein perfekter Muntermacher ist Lola Rastaquouère (Espresso, Ovomaltine, Sahne, Milch, Mandelsirup) - übrigens auch der Titel eines Songs von Serge Gainsbourg.
Alkoholfreie Cocktails kosten 4,50 Euro, die promillehaltigen Varianten acht bis neun Euro. Gelistet sind überwiegend Klassiker wie Whiskey Sour, Mai Tai oder Cosmopolitan. Das Brel bietet aber auch eine ordentliche Auswahl an Bieren (das Kölsch vom Faß etwa kostet 1,50 Euro), Single Malts (5 bis 7 Euro) oder Likören (2,50 bis 3 Euro) und - für den, ders mag und einen Sinn fürs Klassische hat - Pastis (3 Euro).
Das Café Brel liegt direkt an der Bahnlinie nach Paris, dort wo bis vor kurzem ein Bordell seinen Geschäften nachging. Kleine Gerichte wie Schnecken (4,50 Euro), Merguez-Frites (Würstchen mit Pommes Frites, 9,50) oder Zwiebelsuppe (4 Euro) unterstreichen das "französische" Ambiente. Abends legt ein DJ quer durch alle Musikrichtungen auf, und natürlich findet auch der belgische Sänger Jacques Brel - der Namenspatron des Lokals - wohlwollendes Gehör. In einem Hinterzimmer mit Kamin können sich Grüppchen zudem in privater Atmosphäre treffen.
Die Einrichtung ist schlicht, aber gemütlich. Holztische, Dielen, gedämpftes Licht. Die Cocktail-Liste ist zwar nicht so umfänglich wie im Gainsbourg auf der anderen Seite des Platzes, dafür mixen die Barkeeper aber genauso gekonnt. Kein Wunder - hat Gainsbourg-Macher "Frido" Keiling sich mit dem Brel doch ein zweites Standbein geschaffen. Am Tag danach könnte man sich ein ganz besonderes Katerfrühstück leisten: die Herrenschnitte de Luxe mit Kanadischem Wildlachs, Sevruga Kaviar, Toastbrot, Butter und einem Glas Champagner (69 Euro).
Quelle: Berliner Morgenpost
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Marie-Thérèse Nercessian